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Rassestandard - Zuchtziel

Rassetypische Merkmale

Das Jakobschaf ist ein mittelgrosses, geflecktes, langschwänziges und robustes Landschaf mit harmonisch gebautem Körper, welches symmetrisch angeordnet zwei, vier oder selten, sechs Hörner trägt. Die imposanten Hörner – männliche und weibliche Tiere tragen Hörner - sind schwarz oder schwarz-weiss gestreift, zwischen den Hornbasen soll Haut sein. Bei Vierhörnern soll das obere Paar von der Oberseite des Kopfes nach oben wachsen, das untere Platz zwischen Horn und Kiefer lassen. Die Hörner dürfen das Tier weder verletzen noch beeinträchtigen. Der Kopf ist bis zum Hornansatz wollfrei. In der Erscheinung ist das Jakobschaf ein weisses Schaf mit klar abgesetzten dunklen Flecken oder Punkten, verteilt über den ganzen Körper, in den Farben schwarz, braun oder lilac, im Verhältnis von ca. 60 % weiss und 40 % dunkel. Die Wolle ist von feiner bis mittlerer Qualität, das Vlies von offener Beschaffenheit, seidig glänzend und elastischem Griff. Die Länge des Vliesstapels beträgt 75-180 mm. Die hochwertige Wolle ist sehr gut spinnfähig.

 

Rassetypisch ist ein Gesicht mit weisser Blesse, gleichmässigen schwarzen Backen und dunkler Nase. Die Ohren sind klein, aufrecht und leicht oberhalb der Horizontalen. Die klaren, grossen Augen sind ohne Spaltung der oberen Augenlider. Die Beine sind weiss oder mit einzelnen dunklen Flecken gezeichnet und unterhalb von Knie und Sprunggelenk unbewollt.

 

Brunst ist saisonal (ca. September bis Januar) und die Erstbelegung erfolgt in der Regel mit 18 Monaten. Die Muttertiere sind sehr fruchtbar, leicht lammend und zeigen sehr gute Muttereigenschaften. Es werden überwiegend Zwillinge geboren, des Öfteren auch Drillinge. Die Muttertiere produzieren erfolgreich genügend Milch um ihre Lämmer - selbst Drillinge - alleine und ohne Zufütterung aufzuziehen. Sieben und mehr Ablammungen sind keine Seltenheit.

 

Das aufmerksame, lebhafte und elegante Jakobschaf ist eine ideale Rasse für kleine und mittlere Herden. Das genügsame Schaf ist für die extensive Haltung besonders geeignet und frisst auch Rinde und Laub. Es kann problemlos das ganze Jahr über im Freien gehalten werden. Auf der Weide muss jedoch ein gedeckter, trockener Unterstand zur Verfügung stehen, der Schutz vor Nässe und Wind bietet. Schatten von Bäumen und Unterstand sind bei starker Sonneneinstrahlung sehr wichtig, da das Jakobschaf lieber kalte als heisse Temperaturen mag. Dank leichtem Körperbau und robusten Klauen sind Klauenprobleme selten.

 

Das Fleisch des Jakobschafes ist äusserst schmackhaft und mager. Der aussergewöhnlich volle Geschmack und der geringe Fettanteil werden sehr geschätzt. Die schwarz-weiss oder braun-weiss gefleckten Felle ergeben beliebte Teppiche oder Sitzbezüge.

 

Bestandesentwicklung

  • leicht steigend

 

Nutzung

  • Fleisch
  • Wolle
  • Landschaftspflege

 

Zuchtziel

Züchtung eines robusten, mittelgrossen, langrahmigen Landschafes mit rassetypischer Ausbildung des Kopfes, der Hörner und der Färbung des Wollvlieses. Übermässige Melierung der Wolle, deutlich sichtbare Spalten im Oberlid und Hornfehler sind unerwünscht.

 

Weiter werden folgende grundsätzlichen Zuchtziele angestrebt:

  • Widerstandskraft, Langlebigkeit, Gesundheit, frei von Erbfehlern
  • Gute Fruchtbarkeit und Muttereigenschaften (Aufzuchtleistung)
  • Feine bis mittlere Wolle
  • Mageres Fleisch

 

Leistungsangaben

 

Körpergewicht (kg)

Vliesgewicht (kg)

Ablammergebnis (%)

Widerristhöhe (cm)

Altböcke

(2-3 Jahre alt)

55 – 85

2,5 – 4,0

 

70 – 80

Mutterschafe

35 – 60

1,5 – 3,0

150-200

65 – 70

Die täglichen Zunahmen liegen bei Schlachtlämmern im Bereich von 150 - 200 g,

das handelsübliche Lebendgewicht liegt bei rund 35 bis 40 kg.

 

 

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